Coronavirus SARS-CoV-2 — Lovis 2021 Update

    Liebe*r Mitsegler*in

    wir haben große Lust, mit dir zu segeln! Damit wir das auch in diesen pandemischen Zeiten vertreten können, haben wir einige Punkte festgelegt, die du und wir beachten müssen:

    Kurzfassung:

    • Im Zusammenhang mit einem Törn auf Lovis trägst du die Verantwortung für die Gesundheit von bis zu 31 Personen inklusive dir selbst.
    • Da wir davon ausgehen, dass sich das Virus an Bord gut verbreiten kann, müssen alle Mitreisenden das Mögliche unternehmen, damit es nicht an Bord kommt.
      Denn wenn es an Bord kommt, würde das auch das vorzeitige Ende des Törns bedeuten.
    • Schnelltests zeigen bis zu einen Tag nach Auftreten von Symptomen nur 40 bis 60 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen an. Daher können sie uns nicht garantieren, das Virus nicht an Bord zu bekommen.
    • Vermeide bitte zwei Wochen vor dem Törn alle vermeidbaren Kontakte.
    • Versuche auch bei der Anreise deine Kontakte zu minimieren. Bitte reise, wenn möglich, mit Fahrrad oder Auto an. Bilde gern auch Fahrgemeinschaften mit anderen Mitsegler*innen.
    • Reise bitte nur an, wenn du keine Symptome von COVID-19 hast und keinen engen Kontakt zu einer Person mit solchen Symptomen hattest und
      • einen tagesaktuellen negativen Schnelltest mit Testbescheinigung oder
      • einen negativen PCR-Test hast, der nicht älter als 72 Stunden ist, oder
      • vollständig geimpft bist.
    • Auch an Bord wirst du dich testen müssen, um die Chance zu steigern, dass wir etwaiges Infektionsgeschehen frühzeitig entdecken.
    • Sollten wir eine SARS-CoV-2-Infektion an Bord feststellen, kann es sein, dass du früher oder später als geplant abreisen musst. Berücksichtige das bei deiner Reiseplanung und gehe davon aus, dass du in diesem Fall keine öffentlichen Verkehrsmittel für die Heimreise benutzen darfst.
    • Während des Törns reduzieren wir unsere Kontakte nach außen auf das unvermeidbare Mindestmaß. Das heißt, dass
      • wir nur die zwei Bäder an Bord und das Meer zum Waschen haben und Duschen nur eingeschränkt möglich ist,
      • keine individuellen Einkäufe möglich sind,
      • wir häufig ankern werden.
    • Vermeide bitte nach dem Lovis-Törn eine weitere Woche vermeidbare Kontakte und mache nach acht Tagen einen weiteren Test. Sollte der positiv ausfallen, informiere uns bitte sofort.
    • Wir müssen deine Kontaktdaten bis 4 Wochen nach Törnende aufbewahren und gegebenenfalls an das Gesundheitsamt weitergeben.
    • Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass SARS-CoV-2 an Bord kommt und sich dort ausbreitet. Jede*r von uns kann es einschleppen oder sich infizieren. Uns ist es wichtig, auch in dieser herausfordernden Situation solidarisch miteinander umzugehen. Fahre nur mit, wenn du niemandem Vorwürfe machst, falls du dich an Bord infizierst.Wenn du die oben formulierten Punkte nicht gutheißt oder nicht nach ihnen handeln kannst, dann fahre bitte unter den aktuellen Bedingungen nicht auf Lovis mit.

     

    Ausführliche Erläuterungen:

     

    1. Verbreitung des Virus an Bord

    Die Unterdecksbereiche sind Innenräume, die sich schlecht lüften lassen. Ausgeatmete Aerosole werden dort deutlich länger verweilen als draußen oder in gut gelüfteten Räumen. So wird sich eine relativ hohe Viruslast ergeben, wenn sich infektiöse Menschen unter Deck aufhalten. Wir werden mit Lüften und möglichst wenig Aufenthalt unter Deck dieses Problem verringern, gehen aber trotzdem davon aus, dass sich das Virus, wenn es einmal an Bord gelangt ist, an Bord gut verbreiten kann.

    2. Symptome

    Als Symptome von COVID-19 zählen hohes Fieber, starker Husten oder Schnupfen, Geruchs- oder Geschmacksverlust.

    3. Antigenschnelltests

    Die Schnelltests werden mit ihren Ergebnissen erst einen Tag, nachdem bei einer infizierten Person Symptome auftreten, halbwegs zuverlässig. Zu diesem Zeitpunkt ist sie im Schnitt bereits seit einer Woche infiziert. Aufgrund dieser Eigenschaft lässt sich mit Schnelltests nicht erreichen, dass keine infizierte Person an Bord kommt. Aber eine infizierte Person nimmt die auftretenden Symptome unter Umständen später wahr, als der Test die Infektion anzeigt. Darauf bauen wir insbesondere vor dem Törn.

    Da eine infizierte Person beim Auftreten erster Symptome bereits ein paar Tage ansteckend ist, steigt bei der Testung einer Gruppe die Wahrscheinlichkeit, dass gegebenenfalls eine von (mittlerweile) mehreren infizierten Personen positiv getestet wird. Insofern geht es während des Törns weniger darum, die Infektion einer Einzelperson festzustellen, sondern eher darum, etwaiges Infektionsgeschehen in unserer Schiffsgemeinschaft zu entdecken.

    Zum Nachvollziehen siehe:

    Als tagesaktuell zählt ein Schnelltest bei unseren Törns, wenn er frühestens um 18:00 Uhr am Tag vor der Anreise gemacht wurde.

    Grundsätzlich wäre es gut, wenn du anstelle eines Antigenschnelltests vor der Anreise einen PCR- Test machen lässt, wenn du die Möglichkeit dazu hast.
    Allerdings dauert die Auswertung eines PCR-Tests relativ lange. Das kann dazu führen, dass dein PCR-Test beim An-Bord-Kommen schon relativ alt ist.

    Wir würden ihn bis zu einem Alter von 72 Stunden akzeptieren, weil er dann eine ähnliche Sicherheit wie ein tagesaktueller Antigenschnelltest bietet. Es lohnt sich aber nur, Geld dafür auszugeben, wenn Du es so organisieren kannst, dass der PCR-Test bei deiner Ankunft an Bord wesentlich jünger als 72 Stunden ist.

    Als vollständig geimpft betrachten wir dich, wenn du die letzte nötige Impfdosis mehr als zwei Wochen aber höchstens ein halbes Jahr vor dem An-Bord-Kommen erhalten hast.
    Solltest du in der Vergangenheit bereits mit SARS-CoV-2 infiziert gewesen sein, ist eine Impfdosis ausreichend.

    Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, müssen nicht getestet werden.

    4. Kontaktvermeidung vor dem Törn

    Da sich das Virus an Bord gut verbreitet und kein Test die Sicherheit geben kann, dass jemand nicht infiziert ist, ist es notwendig, dass wir alle vermeidbaren Kontakte in den zwei Wochen vor dem Törn tatsächlich vermeiden – auch auf der Anreise. Was das bedeutet, hängt von den individuellen Lebensbedingungen ab. Während eine Person beispielsweise allein wohnt, im Homeoffice arbeitet und alleine mit Auto oder Fahrrad anreist, lebt eine andere beispielsweise in einem Wohnprojekt mit 30 Mitbewohner*innen inklusive Kindern, die zur Schule gehen, arbeitet in einem Job, der mit Kontakten einhergeht, und reist per Bahn an.

    Die Möglichkeiten zu Kontaktreduzierungen sind also sehr unterschiedlich. Gleichzeitig sinkt das Risiko umso mehr, je ausgedehnter die Kontaktbeschränkungen sind und je konsequenter sie von allen eingehalten werden. Abhängig von den geforderten Einschränkungen schließen wir auf der einen Seite die Menschen aus, die ihre Kontakte weniger einschränken können, auf der anderen Seite schließen wir die Menschen aus, die einen höheren Sicherheitsbedarf haben. Gleichzeitig bleibt immer ein Restrisiko, Personen, die einen sehr hohen Sicherheitsbedarf haben, werden also dennoch nicht mitkommen können. Das heißt, wir müssen ein Maß finden, das auf der einen Seite eine hinreichende Sicherheit bietet und auf der anderen Seite auch noch erfüllt werden kann.

    Wir haben uns für folgenden Mittelweg entschieden: Vermeide zwei Wochen vor dem Lovis-Törn alle vermeidbaren Kontakte. Reise mit Auto, gern auch in Fahrgemeinschaft mit anderen Mitsegler*innen, oder Fahrrad an. Wenn du per Bus oder Bahn anreist, halte möglichst Abstand zu anderen Menschen und trage eine FFP2-Maske.

    5. Kontaktvermeidung während des Törns

    Damit wir keine Infektionen in unsere Schiffsgemeinschaft oder aus ihr hinaus tragen, werden wir die Kontakte nach außen einschränken.

    Die Vorräte planen wir so, dass wir unterwegs möglichst nicht einkaufen müssen. Individuelle Einkäufe sind nicht möglich. Wenn du für den Törn etwas benötigst, was nicht von der allgemeinen Versorgung erfasst wird, bring es bereits bei der Anreise mit.

    Anders als sonst verwenden wir in den Häfen nicht die landseitigen Sanitäreinrichtungen, sondern die bordeigenen Bäder. Somit ist Duschen nur in Häfen möglich, in denen wir unseren Wassertank wieder füllen können.

    Da Häfen unweigerlich mit mehr zwischenmenschlichem Kontakt einhergehen, werden wir viel ankern.

    6. Kontaktvermeidung und Test nach dem Törn

    Wir wollen die Wahrscheinlichkeit verringern, dass sich das Virus durch uns nach dem Törn weiter verbreitet. Daher ist es wichtig, dass du auch nach dem Törn erst einmal vermeidbare Kontakte vermeidest und dich entweder nach vier Tagen mit einem PCR-Test oder nach acht Tagen mit einem Antigenschnelltest testen lässt. Bei einem positiven Testergebnis informiere uns bitte sofort, damit wir unverzüglich die anderen Mitsegler*innen informieren können.

    Die unterschiedlichen Testzeitpunkte und damit einhergehenden Kontaktvermeidungszeiten ergeben sich aus den unterschiedlichen Nachweisfähigkeiten der beiden Testverfahren und der mittleren Inkubationszeit.

    7. Umgang mit Kontaktdaten

    Damit das Gesundheitsamt Infektionsketten nachverfolgen kann, müssen wir deine Kontaktdaten bis vier Wochen nach Törnende aufbewahren. Wenn die Frist abgelaufen ist, vernichten wir sie.

    8. Was passiert, wenn wir einen Corona-(Verdachts-)Fall an Bord feststellen?

    Wer Symptome zeigt, wird mit Schnelltests auf SARS-CoV-2 getestet. Fällt das Ergebnis positiv aus, zieht die betroffene Person in eine Quarantänekammer um und nutzt nur noch die für sie reservierte Toilette. Das gilt auch für Menschen, die unterwegs die Information erhalten, dass sie Enge Kontaktperson einer positiv getesteten Person sind, und für Menschen, die stark ausgebildete Symptome zeigen, auch wenn die Schnelltests negativ ausfallen.

    Das weitere Vorgehen klären wir mit dem zuständigen Gesundheitsamt. Voraussichtlich werden wir in einen Hafen, in dem die mutmaßlich infizierte Person schnellstmöglich einen PCR-Test machen kann, fahren.

    Es ist zu erwarten, dass alle Menschen sich schnellstmöglich individuell in häusliche Quarantäne begeben müssen, wenn wir einen PCR-bestätigten COVID-19-Fall an Bord haben – entweder als Infizierte oder als Enge Kontaktpersonen. Bitte kläre bereits vor dem Törn, wie du in diesem Fall wieder nach Hause kommst. Eine Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird dir dann nicht mehr gestattet sein. Wir können deine Heimreise nicht für dich organisieren.

    Über die konkrete Quarantäneregelung und die Regeln für die Heimreise entscheidet für jede Person das für ihren Wohnort zuständige Gesundheitsamt.




    Coronavirus SARS-CoV-2

    Die aktuelle Lage mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 betrifft auch unsere Törns. Nicht nur, dass wir unsere diesjährige Kampagne “Coasts in Solidarity” mit dem Ziel Fêtes maritimes internationales de Brest schweren Herzens absagen und auf kontaktarme Alternativen umstellen mussten, sondern auch, dass bis Juli 2020 alle geplanten Törns von uns abgesagt wurden.

    Wir glauben, dass gerade in dieser besonderen Situation Diskussionen und Begegnungen an Bord hilfreich und notwendig sind, um empanzipatorische und gemeinsame Wege aus den globalen Krisen zu finden. Nach vielen Diskussionen im Projekt haben wir ein „Hygiene- und Sicherheitskonzept“ erstellt, von dem wir glauben, dass es das Risiko einer Ansteckung und/ oder Verbreitung des Virus durch einen Törn mit der “Lovis” auf ein Minimum reduziert.

    Das „Hygiene- und Sicherheitskonzept“ wurde von der Koordinierungsstelle Covid-19 des Gesundheitsamtes Landkreis Vorpommern-Greifswald genehmigt. Wir werden damit so bald wie möglich wieder Törns aufnehmen können. Dies gilt selbstverständlich vorbehaltlich der pandemischen Entwicklung. Denn wir sind uns darin einig, dass die Lage weiter kritisch ist und wir sicherstellen wollen, dass unser Verhalten die Verbreitung von SARS-CoV-2 nicht begünstigt.

    Alle unsere Törns finden bis auf weiteres unter besonderen Bedingungen satt. Dazu hier ein Aufruf an unsere Törnteilnehmer*innen, den ihr auch als PDF herunterladen könnt.

    Unser Hygiene- und Sicherheitskonzept findet ihr hier. (.pdf)

    Zur Info:
    Um unser Konzept umzusetzen und um niemanden zur Fahrlässigkeit zu verleiten, haben wir unsere Rücktritts- und Erstattungsregelungen entsprechend vereinfacht: Wenn du unter den gegebenen Bedingungen nicht zu einem Törn anreisen kannst oder möchtest, haben wir dafür volles Verständnis und erstatten dir unkompliziert den bereits bezahlten Kostenbeitrag.

    Melde dich gerne bei weiteren Fragen und schreibe uns eine E-Mail an: greifswald@lovis.de




    Lagemeldung

    Unsere LOVIS-Aktivitäten sind wie viele andere auch von der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Maßnahmen betroffen. Aktuell ist unklar, wann und mit welchen Auflagen wir diese Saison fahren können. Dazu an dieser Stellen Kürze mehr!
    Bisher mussten alle Törns im April/Mai und Juni abgesagt werden. Nun haben wir uns auch schweren Herzens dafür entschieden, die für diesen Sommer geplante Kampagne „Coasts in Solidarity“ verbunden mit einer großen Reise nach Brest (Bretagne) abzusagen. Im Zuge der Kampagne hätte es verschiedene Aktionen und Aktivitäten auf dem Weg nach Brest gegeben. Unser Anliegen war es, auf die anhaltend unerträgliche Situation auf dem Mittelmeer aufmerksam zu machen, die Solidaritätsnetzwerke entlang der Kanalküste zu unterstützen und Menschen dazu anzuregen, politisch aktiv zu werden.




    „Coasts in solidarity – Open borders, open eyes“

    Im Sommer 2020 segeln wir mit der „Lovis“ von Hamburg zu den internationalen Hafenfesten nach Brest und Douarnenez (Bretagne/Frankreich). Wir wollen diese Reise durch Nordsee und Ärmelkanal nutzen, um gemeinsam mit Aktivist*innen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Frankreich für ein solidarisches Europa zu protestieren – gegen Rassismus, die Kriminalisierung von Flucht und Migration und den Verlust von Humanität. Unter dem Kampagnentitel „Coasts in Solidarity“ vernetzen wir uns derzeit mit zahlreichen Menschen und Gruppen entlang der Strecke und sind begeistert von den zahlreichen Aktions- und Veranstaltungsideen, von Unterstützungsangeboten und eigenen Initiativen, die gerade an den unterschiedlichsten Orten entstehen.

    Vom 29.05.-01.06.2020 startet unsere Kampagne mit einem Auftaktwochenende in Hamburg. Über Pfingsten bieten das Schiff und viele weitere Räume in der Stadt die Möglichkeit, uns zu den Kampagnenthemen und ihrer Erweiterung um die Aspekte „Solidarische Stadt“ und „Kolonialgeschichte Hamburgs“ zu vernetzen, miteinander zu diskutieren und aktiv zu werden. Tragt euch den Termin in den Kalender ein und kommt vorbei!

    Im Anschluss segeln wir mit wechselnden Gruppen und zahlreichen Stopps bis nach Brest, wo wir vom 10.-16.7. am Hafenfestival teilnehmen. Nach einem Abstecher in Douarnenez gehts dann im August wieder zurück nach Deutschland.




    Turning the Tide 2.0 – Streaming for Climate Justice

     

    Text: Stephanie Lips, Fotos: Katrin Eissing, u.A

    80 junge Menschen aus 14 europäischen Ländern segelten Anfang September auf den Segelschiffen HAWILA und LOVIS zwei Wochen lang unter dem Motto „Turning the Tide – Streaming for Climate Justice!“. Ziel der gemeinsamen Kampagne war es für junge Menschen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung einen Raum zu schaffen für Bildungs-, Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit. LOVIS und HAWILA waren dafür ideal geeignet ;)

    Ein gemeinsamer Aktionstag mit lokalen Gruppen aus Lübeck bildete den Auftakt. Zusammen mit dem Flüchtlingsforum, der Seebrücke, der Ende Gelände Ortsgruppe und der Fridays For Futures Gruppe machten wir unterschiedliche öffentlichkeitswirksame Aktionen in der Stadt, um die Zusammenhänge von Klimawandel, Klimaflucht, Seenotrettung und Klimagerechtigkeit zu verdeutlichen. Den Höhepunkt des Tages bildete eine Rede von dem Flüchtlingsbeauftragten Schleswig-Holsteins, Kapitän Stefan Schmidt, und unser Fahrradkino auf dem Großsegel der HAWILA mit Kurzfilmen zu unseren Themen. Vielen Dank an die tollen Menschen von Movimiento, die extra dafür aus Berlin angereist kamen!

    Am nächsten Tag verließen wir, nach unserer Sicherheitseinweisung, mit weiteren Schiffen, u.a. einem Solarboot und einem weiteren Tradi, den Lübecker Museumshafen und machten eine Tagesfahrt nach Neustadt. Mit an Bord waren für diesen Tag viele Menschen aus den Lübecker Initiativen, u.a. Menschen aus dem Solizentrum und viele weitere tolle Menschen mit denen wir bei schönem Wetter einen herrlichen Vernetzungs-Segeltag bis Neustadt hatten.

    Von Neustadt ging es am nächsten Tag zu unserem Ankerplatz östlich von Puttgarden. An diesem Tag lernten wir was es heißt „Wache“ zu haben und bekamen eine Einführung in das Steuern der Schiffe und die Navigation anhand von Seekarten.

    Nach einer ruhigen Ankernacht ging es am nächsten Tag Richtung Århus. In Århus wurden wir am Ende der ersten Woche als Ziel – und Wechselhafen erwartet.

    Vorher wollten wir erstmal nach Samsø. Diese Insel in Dänemark ist seit mehreren Jahren komplett energieautark mit erneuerbarer Energieträgern. Wir wollten wissen wie sie dies erreicht haben und vereinbarten einen Termin mit der Energieakademie von Samsø. Um die Insel zu erreichen, galt es einen Teil der Segelstrecke, teils mit sehr offener See zu meistern. Dies stellte viele Menschen auf den Schiffen vor große Herausforderungen. Auf LOVIS und HAWILA war das Stichwort des Tages „KotzKettenReaktion“ . Diese war aber mit dem Erreichen der Landabdeckung von Langeland schnell wieder vorbei. In den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages erreichten wir Samsø und hatten zusätzlich zu dem Besuch der Energieakademie die Möglichkeit Räumlichkeiten im Hafen für unsere eigenen, selbstvorbereiteten Workshops zu nutzen.

    Zusätzlich zu den nautischen Inhalten hatten viele der Teilnehmer*innen eigene Workshops zu unterschiedlichen Themen vorbereitet. Diese konnten wir während des Segelns, aber auch in den Häfen z.T. mit allen Teilnehmer*innen durchführen. Hier nur eine kleine Auswahl: Es gab beispielsweise einen Workshop zu der deCOALonize-Kampagne und Steinkohle, zu Windenergie, zu unseren Zivilem Ungehorsam, zu nachhaltigem Aktivismus, zu Anti fossil Gas-Kampagnen in Schweden aber auch ganz praktische Dinge wie Erste Hilfe in Aktionen oder Socken aus alten Schwämmen machen. Außerdem stellten einige Teilnehmer*innen selbstentwickelte Bildungsmaterialien vor und führten sie gleich durch: Es gab ein Kartenspiel, das die Zusammenhänge des Klimawandels verdeutlicht oder auch ein Spiel zum Thema Gemeingüter.

    Von Sansø aus segelten wir weiter nach Ebeltoft. Dort besuchten wir das GROBUND Projekt. Es ist eines der größten Wohnprojekte Dänemarks, wo 150 Menschen eine alte Stahlfabrik und das darumliegende Gelände gekauft haben, um eigene ökologische Formen des Wohnens und Arbeitens auszuprobieren. Beispielsweise eignet sich die Riesenhalle sehr gut zum Bau von TinyHäusern. Nach einer Führung durch das Gelände bekamen wir die Möglichkeit die Räumlichkeiten ebenfalls zu nutzen und 5 große Banner für unsere anstehenden Aktionen in Århus, Kopenhagen und Malmö zu malen. Ein weiteres Highlight des Tages bildete das gemeinsame Abendessen an Bord der LOVIS. Bei dem die kompletten Crews beider Schiffe ein gemeinsames Buffet im Salon der LOVIS aßen. Von Ebeltoft aus erreichten wir am nächsten Abend Århus. In der Stadt fand parallel ein großes Kulturfestival statt. Deswegen konnten wir mit unseren öffentlichkeitswirksameren Aktionen viele Menschen erreichen. Morgens machten wir mit vielen Menschen sog. „Die-Ins“, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Zusätzlich verteilten wir Flyer, um über uns, aber auch den weltweiten Global Climate Strike am 20. September zu informieren. Am Nachmittag fand im Hafenbecken eine weitere Aktion statt: Als sog. „dancing ships“ fuhren LOVIS und HAWILA „graziös;) im Hafenbecken entlang. Da uns vom Hafenmeister verboten wurde Banner dabei zu nutzen, platzierten wir uns kurzerhand mit unseren Bannern rund um das Hafenbecken herum. Zusätzlich hatten wir einen Infotisch und unsere Ausstellung aufgebaut. Highlight des Abends war die Vertikale Tücher- Artistik – Show von Ev und Alex. Und natürlich der im Anschluss stattgefundene „True Cost of Coal“ Vortrag mit dem großen Banner des Beehive-Collectives über den Steinkohleabbau in den Appalachen.

    Am nächsten Morgen gab es einen teilweisen Wechsel der Schiffcrews: Einige Teilnehmer*innen verließen leider die Schiffe, andere tauschten die Schiffe für die zweite Woche. Neue Teilnehmer*innen kamen dazu, so dass wir wieder mit ca. 60 Menschen unterwegs waren. Diesmal nach Kopenhagen und Malmö.

    Von Århus segelten wir zunächst nach Helsingør. Allerdings ankerten wir dazwischen eine Nacht in einer ruhigen Bucht. Das Besondere an diesem Ankern war, dass wir gemeinsam mit der HAWILA an dem LOVIS-Anker festgemacht waren und sich alle Menschen gegenseitig auf beiden Schiffen besuchen konnten. Die gemeinsame Ankerwache war auch so geplant, dass je eine Person von LOVIS und eine Person von HAWILA sich eine Wache teilten. Dadurch kam ein noch intensiverer Austausch zustande. Nach unserer Ankernacht und einer weiteren Tag- und Nachtfahrt erreichten wir schließlich Helsingør. Selbstverständlich gab es auch in dieser zweiten Woche jede Menge selbstorganisierte Workshops. Nach Helsingør erreichten wir am nächsten Nachmittag endlich Kopenhagen. Dort lagen wir an der Pier bei „Magneten“ – einem Seminar- und Workshop-Ort, den wir extra für unseren Aufenthalt in Kopenhagen organisiert hatten. Den nächsten Tag gab es dann Essen für 150 Menschen sowie unterschiedlichste Workshops, unsere Ausstellung und Auswertungstreffen mit allen Teilnehmer*innen. Zusätzlich kamen noch Interessierte aus der Klimabewegung in Kopenhagen dazu. Highlight des Tages war sicherlich die gemeinsame Fahrt der Schiffe mit Flaggen, Bannern und Trommler‘innen, die in Kopenhagens City ging. Gemeinsam mit einer kleinen Fahrraddemo an Land ließen wir alle Menschen dort wissen, dass wir für sofortige Klima Gerechtigkeit brauchen und dafür kämpfen werden. Abends gab es eine Klimaartist*innen-Show im Rigg der HAWILA, Livemusik und Bilder vom Törn.

    Den nächsten Tag verließen wir müde aber sehr erfüllt Kopenhagen und fuhren zu unserem Zielhafen Malmö. In Malmö hatte im vergangenen Jahr eine internationale Degrowth Konferenz stattgefunden. Abends bekamen wir noch einen Vortrag zu Degrowth von einer Wissenschaftlerin der Universität Lund.

    Am nächsten Tag machten wir noch kleine Aktionen, um auf den Global Climate Strike aufmerksam zu machen, putzen das Schiff und verabschiedeten uns voneinander und sehen uns hoffentlich bei vielen Aktionen der By2020weriseup-Kampagne und unserem Nachtreffen im Dezember in Hamburg wieder.

    Dickes Danke nochmal an alle Menschen, die uns unterstützt haben diese zwei Wochen für Klimagerechtigkeit zu segeln! Besonders möchten wir uns auch für die Essensspenden von Hof Brummelkamp, dem SOS Hof Bockum, dem Ringstetten Hof sowie bei den Firmen Landwege, Voelkel, Naturata, Café Libertad, Lebensbaum, Tofurei Nagel, Topas, Barnhouse, Bauckhof und der Teutoburger Ölmühle bedanken!
    Ohne Eure Spenden wär’s nicht so lecker gewesen ;)