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    Wir haben ein Schiff...

    Möglich sind Aktionstörns">

    Während unserer 14-tägigen Theaterfahrt im Sommer 2006 stand für die TeilnehmerInnen alles unter dem Motto „Kontakt machen“. Das war von uns durchaus so geplant, wir wollten, dass sich die Jugendlichen begegnen. „Integration“ zwischen 25 Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund sollte möglich werden. Dass diese Begegnung von ganz alleine, ohne unser Zutun passieren würde, hatten wir trotz unserer Lovis-Gruppenerfahrung nicht erwartet.

    Zum einen lag das an dem Schiff, auf dem man sich nur schwer aus dem Weg gehen kann. Zum anderen lag das am Theaterspielen.

    Die Zumutung, ein Gefühl zu zeigen
    „Ihr seid traurig! Stellt euch vor, euer bester Freund hat euch verlassen. Ihr wisst nicht was ihr tun sollt, ihr seid so traurig, wie nie zuvor in eurem Leben.“ Am ersten Tag gehen 22 Jugendliche mit hängenden Schultern durch den Raum, einige zumindest bemüht um einen Hauch von Traurigkeit, die meisten peinlich berührt von der Zumutung, öffentlich Gefühle zu zeigen.

    Premierenfieber
    1 ½ Wochen später stehen die selben Jugendlichen nervös und kribbelig vor Lampenfieber hinter dem Großsegel, das uns als Bühnenabtrennung dient, und warten auf ihren Einsatz: Premiere. Und dann geht es los: Auf der Bühne wird gelacht, geweint, verzweifelt, auf Knien gefleht, sich die Haare gerauft. In der Schlussszene wachsen die Schauspieler mal wie Gras und Bäume dem Sonnenlicht entgegen, mal hetzen sie wie gejagte Tiere angstvoll über die Bühne.